Die Individualdistanz zeigt, wie viel Raum ein Mensch und ein Hund individuell benötigen, damit sich beide Seiten angemessen ausdrücken können!

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Da Vinci fühlt nun an, welche Antwort Milow auf seine Begrenzung hat. Dabei benötigt er keinen direkten Blickkontakt zu Milow. Viele Hunde fühlen ihr Gegenüber an, indem sie ihren Kopf etwas zur Seite drehen und dabei den Blickkontakt sogar gezielt vermeiden. Sie können sich so, ganz auf das Fühlen konzentrieren. Da Vinci bleibt dabei ganz ruhig und versucht, Milow auf diese Weise ein ruhiges Kontaktangebot zu unterbreiten.

Hunde erfühlen die Stimmung des anderen. Wir Menschen nutzen unsere Sinne im Kontakt zu unseren Hunden oftmals viel zu selten.  
Wenn wir unserem Hund z.B. ein Kommando wie Platz oder Fuß geben, ist der Hund damit beschäftigt, diese Aufgabe auszuführen, und auch wir sind darauf fokussiert, dass er diese Aufgabe oder das Kommando richtig ausführt. Das lenkt uns davon ab, die innere Verfassung unserer Hunde wirklich wahrzunehmen. 

 

Lassen wir uns hingegen von Da Vinci inspirieren und kommunizieren mit unserem Hund, 

setzen  wie Da Vinci  unsere Sinne ein und warten einfach einmal ab, können wir sehr gut anfühlen, in welcher inneren Verfassung unser Hund gerade ist und welches Bedürfnis er in diesem Moment in sich trägt. 

Milow rüttelt weiter an der Grenze von Da Vinci, da er das Bedürfnis hat, so viel wie möglich über ihn zu erfahren.

 

Über sein energiegeladenes Verhalten findet er  z.B. heraus, ob sich Da Vinci von seiner Energie zünden lässt, oder ob er, wenn es um ihn herum hektisch wird, ruhig bleiben kann und an seiner Entscheidung, die Ressource weiterhin zu begrenzen, festhält.

Milow fragt über sein Verhalten unterschiedliche Fähigkeiten bei Da Vinci ab. Hier geht es gerade um Ruhe, Beständigkeit und Geduld.
Das sind wichtige Informationen, die Milow benötigt, um im Kontakt mit Da Vinci Sicherheit zu finden.

Gleichzeitig stärkt er die Fähigkeiten von Da Vinci über sein Verhalten. Da Vinci hat im Kontakt mit Milow die Möglichkeit, seine Fähigkeiten auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck zu bringen. Je öfter er das tun kann, desto sicherer wird er in diesen Fähigkeiten.

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Eine weitere Fähigkeit von Milow ist seine Kreativität.
Er rüttelt an meiner Begrenzung, indem er versucht,
das Spielzeug gewitzt unter meinem Fuß
herauszudrehen.
Er kommt dabei sehr nah in meine Individualdistanz. Das Geziehe und Gezerre unter meinem Fuß führt dazu, dass ich innerlich unruhig werde. Auf so engem Raum, kann ich mich ihm gegenüber nicht verständlich ausdrücken. 

Was auf dem Bild nicht wirklich zu erkennen ist, Milow hat Kraft und das nicht zu wenig.
Ich merke, wenn ich jetzt dagegen gehe und versuche mit meinen Händen das Spielzeug festzuhalten, ist dies mein Fahrschein für eine energiegeladene Karussellfahrt mit ihm.

Auf dieser Basis kann kein wirklicher Kontakt zwischen uns entstehen.

Für einen wirklichen Kontakt benötige ich mehr Raum zwischen uns, um Milow, wie es auch Da Vinci tut, ein ruhiges und klares Kontaktangebot machen zu können.

Daher verändere ich erst einmal die Bedingung  zwischen uns und fordere im nächsten Schritt ein klein wenig mehr Raum ein.