Du selbst!
 


Kontakt und Grenzen stehen sehr nahe beieinander, und es sind nur zwei von vielen Möglichkeiten, 
wie du selbst Nähe und Sicherheit in der Beziehung zu deinem Hund beleben kannst!

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Der Weg, um Nähe, Zuwendung und Sicherheit innerhalb einer gemeinsamen Beziehung zu leben, ist unendlich. 

Dass wir diese Fähigkeiten dringend benötigen, wird spätestens dann spürbar, wenn wir mit unseren Hunden in herausfordernde Situationen kommen.

 

Oftmals kommt es dann vor, dass der Kontakt und damit der Zugriff auf diese Fähigkeiten zu unseren Hunden blockiert ist.

Genau in diesen Momenten können wir die Chance ergreifen, gemeinsam in unseren Stärken zu wachsen.

 

Denn das Verhalten unserer Hunde führt uns immer wieder an Anteilen in uns selbst heran, die wir im Kontakt zu ihnen noch nicht klar zum Ausdruck bringen können. In herausfordernden Situationen kann das z.B die eigene Präsenz oder ein gewisses Maß an Entscheidungsfreudigkeit sein.

 

Dies sind nur zwei von vielen wertvollen Eigenschaften, die wir - neben dem Grundverständnis über das Wesen und das damit verbundene Handeln unseres Hundes - benötigen, damit sie uns vertrauen und sich von uns Führen lassen.

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Mit meinem weißen Schäferhund Gizmo durfte ich damals lernen, wie ich diese Anteile bei mir selbst stärken kann. 

Sah ich mit Gizmo einen Konflikt auf uns zukommen, fand er Sicherheit in unserem Kontakt, indem ich eine klare Begrenzung des Freiraumes für ihn definierte. Oftmals ging ich dafür zum Beispiel an seine Seite und begrenzte den Raum nach vorne. Konnte ich diese Grenze mit einer klaren Präsenz und einer guten Entscheidungsfreudigkeit kommunizieren, orientierte er sich an mir und blieb an meiner Seite.

In diesem Augenblick machte ich immer wieder die wertvolle Erfahrung,

dass eine angemessene Grenze eine bestehende Verbindung nicht trennt, sondern das Potenzial darin liegt, beide Seiten zusammenzuführen, um sich gegenseitig zu stärken.

 

Bewusst wurde mir dies immer dann, wenn es Gizmo über meine Grenze gelang, an meiner Seite in einen selbstbewussten Kontakt zu mir zu finden. Sobald ich seine Selbstsicherheit bemerkte, konnte ich mir sicher sein, dass ich die Grenze klar gesetzt habe und der Kontakt zwischen uns, in dieser herausfordernden Situation, nicht abbrechen wird. 

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Kontakt und Grenzen stehen sehr nahe beieinander, und es sind nur zwei von vielen Möglichkeiten, um Nähe und Sicherheit innerhalb einer Beziehung zu beleben. Doch es ist, wie bei vielem im Leben, auch eine Haltungsfrage. 

Sind wir genervt von einem gewissen Verhalten unseres Hundes, ist es sehr lohnenswert einmal wahrzunehmen, wie unsere Haltung bei der Antwort auf sein Verhalten aussieht. Möchten wir dieses Verhalten nur schnell beenden, weil es nicht alltagstauglich ist, so werden wir das Bedürfnis hinter seinem Verhalten nicht wirklich erkennen und unterstützen können.


Setzen wir hingegen eine Grenze mit der Haltung, unseren Hund darin zu unterstützen, dass er in seine Mitte finden kann, stärken wir ihn in seinen Fähigkeiten und auch wir finden auf diese Weise zu den eigenen Stärken!

Meine Aufgabe war es zu diesem Zeitpunkt, dass richtige Maß an Präsenz und Beharrlichkeit zu entdecken.
 Mit diesen Fähigkeiten wurde es mir dann wiederrum möglich, Gizmo in seiner Selbstsicherheit zu stärken.

Gizmo ist inzwischen voraus gegangen. Wir dürfen unser Leben jetzt mit Josefa, einer griechischen Strassenhündin, teilen. Täglich lernen wir viel Neues miteinander und auch mit ihr, werde ich vor neue kleine und große Herausforderungen gestellt.






 

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Mittlerweile bin ich auch Mutter geworden und unendlich dankbar, dass ich über die Hunde täglich sehr eng an Kontakt, Nähe und den Umgang mit Emotionen geknüpft bin. So zeigen sie mir auch, dass es nicht schlimm ist, wenn ich ein Bedürfnis nicht sofort befriedigen kann, weil ich es zum Beispiel nicht gleich erkenne, dass es dann aber ein echter Vertrauensbeweis ist, an ihrer Seite zu bleiben, um die folgenden Emotionen auch einfach einmal mit ihnen auszuhalten.

Diese und noch viele weitere Lebensimpulse versuche ich auch im Kontakt mit meiner Tochter zu leben. Es stärkt mich täglich dabei, sie durch ihr Leben zu begleiten. 

Mein Beispiel steht hier nur vertretend für eines von vielen unterschiedlichen Lebenserfahrungen, die wir Menschen mit unseren Hunden erleben. Du wirst mit deinem Hund eure eigenen Erfahrungen gemacht haben oder ihr seid gerade dabei, sie gemeinsam zu erleben. Schau hin, welche Schätze hier für euch beide versteckt sind. Sie warten darauf, von dir und deinem Hund entdeckt zu werden!

 

Wir teilen unser Leben auf unbestimmte Zeit mit unseren Hunden. Dieser gemeinsame Lebensabschnitt besteht aus unglaublich vielen Puzzle-Teilen, die für Nähe, Distanz, Präsenz oder Beharrlichkeit und zugleich auch für den Umgang mit Angst und Wut oder für Lebensfreude und Mut stehen. Den Rahmen dafür gibt letztendlich unsere Haltung vor.

 

Und wenn wir zurückblicken, hat jeder Lebensabschnitt sein ganz individuelles Bild erhalten, in dem oftmals das ein oder andere Puzzle-Teil fehlt, was einen guten Grund hat. 

Eine Entwicklung ist nie beendet. Die Frage ist nur, unter welchen Bedingungen wir gerade versuchen gemeinsam zu puzzeln und ob die aktuelle Bedingung es zulässt, dass wir bestimmte (An)Teile zueinander bewegen können.

 

Und wenn die Bedingungen das Puzzeln einmal nicht zulassen, kann es ein Anfang sein, wenn du die Bedingungen veränderst, damit sich die vielen Puzzel-Teile, für das nächste große gemeinsame Bild von euch, in Bewegung setzen können!

 

Dein Hund und du Selbst, ihr könnt das gemeinsam auf eure ganz individuelle Weise tun und

es bereitet mir eine große Freude, euch dabei ein Stück zu begleiten.

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Die meisten Bilder, so wie auch dieses, sind von Simone Ruckstuhl. (dogmoves.de) 
Kennengelernt haben wir uns über unsere weißen Schäferhunde Gizmo und Toni. Auch Toni ist bereits voraus gegangen. Hinterlassen haben sie uns eine enge Verbindung zueinander und geschickt haben sie uns aus Griechenland Josefa und Oscar, er fand den Weg zu Simone. Oscar ist auf den Bildern mit Josefa und mir zu sehen. Simone fängt mit ihrer Fotografie die Natürlichkeit von Mensch wie Hund mit viel Herzblut ein!
Danke an dich, Simone!

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Gizmo und Toni - Bretagne 2008